Geld verdienen

Saddam Hussein: Porträt eines Diktators. Die Biografie




Saddam Hussein ist einer der dienstältesten Diktatoren der Welt. Dennoch weiß man wenig über ihn. Das ändert sich nach der Lektüre dieser Biografie. Denn der Brite Con Coughlin hat ein außerordentlich faktenreiches, gut recherchiertes und spannend zu lesendes Buch über Saddam Hussein geschrieben. Der Journalist verfolgt dessen Lebensweg von der frühesten Kindheit bis heute. Ergebnis: ein scharfsinniges Porträt des Menschen Saddam und zugleich eine Analyse der politischen Geschichte des Iraks, der die Welt in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Atem hielt und hält.

Coughlin beschreibt Saddam als ebenso ehrgeizig wie rücksichtslos. Der spätere Herrscher von Bagdad wuchs in einem armen Bauerndorf auf. Trotz dieser miserablen Startbedingungen erkämpfte er sich seinen Weg nach oben. In den revolutionären Wirren der 50er-Jahre trat er in die Baath-Partei ein. Mit Mordanschlägen auf politische Gegner machte er sich “nützlich”. Als die Partei 1968 mit einem Staatsstreich die Macht im Irak übernahm, beschleunigte sich auch die Karriere Saddam Husseins, bis dieser, gut zehn Jahre später, schließlich das Präsidenten-Amt in Händen hielt.

Coughlin hat lange Jahre als Auslandskorrespondent im Nahen Osten gearbeitet. Er verfügt über ausgezeichnete Kontakte in die Region und liefert dadurch kenntnisreiche Innenansichten aus Saddams Herrschaftsapparat. Mit erschreckenden Details beschreibt er die Unberechenbarkeit des irakischen Herrschers: Nach innen wie nach außen gebärdete sich Saddam stets äußerst aggressiv. Jegliche Opposition unterdrückte er mit brutaler Gewalt. Seine Nachbarländer — erst den Iran, dann das kleine Kuwait — überzog er mit Krieg. Und die Weltgemeinschaft forderte er mit immer neuen Provokationen heraus, indem er etwa den Waffenkontrolleuren der UNO in den 90er-Jahren ihre Arbeit erschwerte.

Was Saddams Arsenal an Massenvernichtungswaffen betrifft, so stellt Coughlin den westlichen Ländern ein Armutszeugnis aus: Frankreich lieferte in den 70er-Jahren Atomtechnik in den Irak, deutsche Firmen bauten dem Diktator Chemiewaffen-Fabriken und die USA halfen Saddam im Krieg gegen den Iran. Dass der Irak zu einem weltpolitischen Sicherheitsrisiko werden konnte, ist also auch Ergebnis westlicher Kurzsichtigkeit — das macht dieses Buch wieder einmal deutlich.

Buchnotiz zu : Die Zeit, 05.12.2002
Con Coughlins Biografie, so Rezensent Dieter Buhl, nehme sich aus wie der Versuch – und hier zitiert er Coughlin selbst -, “Beweise gegen einen berüchtigten Schwerverbrecher zu sammeln”: Die Zeugen seien “entweder ermordet” oder hätten “Angst. Was dem Autor die Aufgabe nicht gerade erleichtere. Doch der Rezensent findet Gefallen daran. Coughlin zeichne den irakischen “Alleinherrscher” als einen “Führer der Finsternis”, für den “Folter, Mord und Krieg” nur “Politik mit anderen Mitteln” seien. Gut findet der Rezensent auch, dass Coughlin bei allem machtpolitischen Streben Husseins nicht die politischen Erfolge Husseins unterschlägt, die zur Modernisierung seines Landes beigetragen haben. Auch dürfe man nicht die Anzahl und die wichtige Rolle seiner “willigen Helfer” vergessen, die Coughlin ausführlich beschreibe, und in dessen Ausführungen für den Rezensenten einmal mehr die “Absurditäten Washingtoner Außenpolitik” ins Auge stechen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2002
Es gibt ein krasses Missverhältnis, konstatiert der Rezensent Hans-Christian Rößler, zwischen dem Wunsch, mehr über Saddam Hussein zu erfahren, und den bekannten Tatsachen. Vieles ist Mythos oder Gerücht, Unterstellung und Legende. Nun hat auch Con Coughlin, der Chefredakteur des “Sunday Telegraph” keine wirklichen Neuigkeiten zu erzählen, dennoch, meint Rößler, ist diesmal etwas “mehr herausgekommen” als bei vielen bisherigen Porträts des irakischen Diktators. So versichert Coughlin, Gerichtsakten eingesehen zu haben, die einen Mord Husseins an einem Kommunisten im Jahr 1958 belegen. Keinen Hehl macht der Autor aus seiner Sympathie für den Bush/Blair'schen Kurs gegen den Irak, jedoch verschweigt er deshalb keineswegs, betont der Rezensent, die gelegentlich sehr dubiose Rolle der britisch-amerikanischen Geheimdienste in der Region. Kritik übt Rößler vor allem an der mangelnden Sorgfalt, die auf die allzu rasche Erstellung des Bandes deuten. Lob gibt es jedoch für den “Fakten- und Quellenreichtum” des Buches.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 20.01.2003
Thomas Nowak referiert in seiner Rezension des Buches über Saddam Hussein eingehend den Aufstieg des irakischen Diktators von einem Sohn irakischer Raubbauern bis zum übermächtigen Alleinherrscher, der auch nicht davor zurückschreckte, seine eigenen Schwiegersöhne hinrichten zu lassen. Allerdings fragt er sich bei der Lektüre hin und wieder, woher eigentlich das Wissen des britischen Autors aus dem “inneren Zirkel der Macht” stammt. Der Rezensent vermutet, dass Coughlin, dessen Ausführungen sich auf Geheimdienstquellen und auf Gespräche mit “Überläufern und Oppositionellen” stützen, insbesondere der Gefahr der Irreführung verstärkt ausgesetzt ist, doch räumt für ihn das Buch zumindest mit jedem Zweifel, den man noch am Willen Husseins haben könnte, seine “Macht und sein Überleben” mit allen Mitteln zu sichern, nachhaltig auf.

© Perlentaucher Medien GmbH


Rubriken: ,
Autor: siehe Rubriken
Verlag: Ullstein Tb, Auflage:1 (1. April 2006)
ISBN: 3548368247
Ein Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...
Kaufen
Zum TOP SPEED Download
rapidshare.com
Zum TOP SPEED Download
rapidshare.com


Schreibe einen Kommentar

Du must dich anmelden um ein Kommentar zu verfassen.