Open Office 3.0 kann weit mehr als nur Briefe schreiben und Tabellen erstellen. Autor Günter Born führt durch den Dschungel an Möglichkeiten und entwirrt die Vielfalt von Funktionen. Das Ergebnis: ein gut strukturiertes Arbeitsbuch. Allein das 27-seitige Inhaltsverzeichnis lässt den Funktionsumfang erahnen. Nach kurzem Vorwort, einem Grußwort und der Einleitung mit den Konventionen ist man auch schon mitten in der Open-Source-Welt rund um das Projekt Open Office.org. Die freie Büro-Suite findet immer mehr Anhänger. Nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch in Unternehmen und Behörden wird das Office-Paket mittlerweile eingesetzt. Systemadministratoren finden umfangreiche Anleitungen zur Migration des Systems sowie zur Installation im Netzwerk und auf Servern.
Born schafft es, selbst Insider- und Expertenwissen klar und leicht verständlich darzustellen, so dass auch angehende Profis nicht die Lust verlieren. Zunächst behandelt das Buch die einzelnen Module von Open Office: Die Textverarbeitung Writer, die Tabellenkalkulation Calc, das Präsentationsprogramm Impress, das Zeichenwerkzeug Draw, die Datenbankanwendung Base und den Formeleditor Math. Jedes einzelne Kapitel ist nach Schwierigkeitsgrad aufgebaut: Zuerst werden für Einsteiger die Basics behandelt, danach kommen die Themengebiete für Fortgeschrittene. So wird sowohl den Anforderungen des Anfängers als auch den Ansprüchen des Profis Rechnung getragen. Weitere wichtige Inhalte sind Makroprogrammierung, Datenbanken und die Erstellung und Handhabung von XML-Formularen.
Auf der beiliegenden DVD findet der Leser nicht nur die komplette Open-Office-Software, sondern auch Tools, Erweiterungen, Dokumentationen, Vorlagen und Cliparts. Zusätzlich gibt es auch alle Beispiel aus dem Buch auf der Disk. Im Anhang des Buches findet sich eine ausführliche Installationsanleitung, sinnvolle Tipps zum Anpassen von Open Office auf persönliche Bedürfnisse und nützliche Hinweise zur Installation von Erweiterungen auch hier wieder von den Basics bis hin zu Profitipps, wie zum Beispiel das Erstellen eigener Symbolleisten mit selbstkreierten Schaltflächen. Weiterhin sind auf 18 Seiten die wichtigsten Tastenkürzel untergebracht. Die Screenshots im Buch stammen aus Windows Vista, sollte es Besonderheiten für andere Versionen oder Mac OS X und Linux geben, weist der Autor immer explizit darauf hin.
Der Preis von 40 Euro mag vielleicht für einige Freunde kostenloser Open-Source-Software abschreckend sein. Doch ist das dank der vielen Tools auf DVD und der lückenlosen Dokumentation der Module absolut gerechtfertigt. Das Buch ist Brücke zwischen der bordeigenen und der Online-Hilfe und fasst Anleitungen und Forenbeiträge aus dem Internet gekonnt zusammen. Der Nutzer muss damit nur noch eine einzige Quelle nutzen: dieses Buch.
Dieses Werk legt man so schnell nicht aus der Hand. Nicht nur wegen des gewaltigen Umfangs, sondern auch wegen des Mehrwerts, es als Arbeitsbuch und Nachschlagewerk nutzen zu können. Sowohl für Open-Office-Einsteiger als auch -Profis ist es eine gute Investition. (Chip online)