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Frühstück bei Sokrates. Philosophen ganz privat.




Philosophen sind Menschen wie du und ich, oder? Statt genialer Geister stellt Frédéric Pagès Szenen aus dem Leben vieler Philosophen vor, gewährt tiefe Einblicke in deren innere Abgründe und kommentiert diese sarkastisch amüsant. Nichts und niemand ist ihm heilig, nichts vor ihm sicher. “Denn Philosophie ist zwar auch eine Sammlung auf Papier verewigter Gedanken, aber in erster Linie eine Art zu leben, zu essen, zu trinken, beisammen zu sein, sich zu lieben, auf der Welt zu sein oder ihr zu entfliehen.”

Besonders das Liebesleben großer Denker wird jeglicher Privatsphäre beraubt, vor dem Leser kunterbunt ausgebreitet und breitgetreten. Ein liebeshungriger Abélard, der seine Schülerin schwängert, sie heimlich heiratet und als Rache von deren Verwandten entmannt wird, fällt hier nicht aus dem Rahmen. Er befindet sich in bester Gesellschaft mit Männern wie Karl Marx. Dieser lebte mit Frau und Geliebter unter einem Dach. Das unehelich gezeugte Kind schob er seinem Freund Engels unter.

Sokrates, Kant, Nietzsche, Sartre, Kierkegaard und viele, viele mehr zeigen sich von ungewohnter Seite. Frühstück bei Sokrates, Mittagessen bei Kant und Gastmahl mit Platon: Pagès erweckt Geschichte und Geschichten zu neuem Leben und ruft eine faszinierende Unmittelbarkeit hervor. Das innere Auge des Lesers erblickt einen dreckverschmierten Spinoza, dem jegliche Körperhygiene zu profan erscheint, einen Heraklit, der sich selbst mit Kuhfladen umhüllt. Seine außerordentlichen Anekdoten bettet Pagès in respektlose Sprache und grobe Themen-Einheiten.

Heraus kommt eine literarische Patchworkarbeit mit eigenem Charme, die trotz Klatsch und Tratsch das Wesentliche — den Mensch hinter dem Genie — nicht aus dem Blickfeld verliert. eignet sich nicht nur als Lektüre-Appetithäppchen für zwischendurch, sondern auch als Aperitif für weiteres philosophisch-geschichtliches Lesevergnügen.

“Woran erkennt man Philosophen? An ihren Blicken? Ihrem Gang? Ihrem Benehmen? Ihren Krankheiten? Und in welcher Haltung haben sie gedacht? Sitzend? Stehend? Oder auf der Kanzel?” Der Philosophieprofessor Frederic Pages gibt eine humorvoll-deftige Einführung in die Lebensweise großer Philosophen, die kaum mehr Fragen offen läßt.Frederic Pages, geboren 1950, ist Doktor und Dozent der Philosophie in Paris. Daneben arbeitet er als Redakteur des ‘Canard enchaine’, der bekanntesten satirischen Zeitschrift Frankreichs. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Paris.


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Autor: Frederic Pages
Verlag: Dtv, Auflage:n.V. (1. January 2002)
ISBN: 3423200405
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