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Der stumme Frühling




Copyright: Aus (Harenberg Verlag)

Der stumme Frühling
OT The Silent SpringOA 1962 Form Sachbuch Bereich Ökologie
Der stumme Frühling von Rachel Louise Carson ist ein Alarmsignal. Nachdem in den 1950er und 1960er Jahren Pestizide als neue Wunderwaffen gegen jede Art von Schädling gepriesen und nahezu unkontrolliert eingesetzt wurden, legt das Buch in einem eindringlichen Appell an Verantwortliche die Fragwürdigkeit des chemischen Pflanzenschutzes dar. Die schädlichen Auswirkungen dieser Umweltgifte auf Natur und Mensch sind bis heute ein brisantes Thema.
Entstehung: Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich weltweit die chemische Substanz DDT durch, die zur hochgiftigen Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe gehört. Warnungen über mögliche Nebenwirkungen der Substanz beachtete bis in die 1950er Jahre niemand. In dieser Zeit recherchierte Carson, indem sie Fallbeispiele der todbringenden Wirkung dieser Pflanzenschutzmittel in den USA aufnahm, Wissenschaftler befragte und Statistiken auswertete. Die Aufsehen erregenden Ergebnisse ihrer Studien fasste sie 1962 in Der stumme Frühling zusammen.
Inhalt: Stichhaltig dokumentiert und belegt Carson die folgenschweren Auswirkungen der Pestizide auf die Umwelt. Die chemischen Pflanzenschutzmittel tilgen nicht nur Ernteschädlinge, sondern vernichten gleichzeitig alle anderen Lebewesen, vor allem aber die natürlichen Feinde des Schädlings.
Die Natur ist ein einzigartiges Geflecht von Wechselbeziehungen. Jede Art hat ihren festen Platz und reiht sich ein in eine Kette von Organismen, die sich voneinander ernähren. Durch massives Sprühen gelangen die Gifte ins Erdreich und beeinträchtigen die Bodenlebewesen. Sie werden in Flüsse gespült, von den Fischen aufgenommen und geraten sogar ins Meer. Auf diese Weise kommen sie in die Nahrungskette, werden dort angereichert und rotten unbeteiligte Arten aus: Regenwürmer, Singvögel und schließlich die Haustiere. Letztendlich erkrankt auch der Mensch, denn er steht selbst am Ende dieser Kette und nimmt die Gifte über die Nahrung auf.
Wie der stete Tropfen den Stein höhlt, reichern sich Stoffe wie Chlordan, Parathion oder DDT im menschlichen Körper an. Die Schädlinge selbst werden in kurzer Zeit gegen die Pestizide resistent. Größere Mengen des Giftes in höheren Konzentrationen werden erforderlich. Diesem scheinbaren Teufelskreis tritt die Autorin Carson mit Alternativen entgegen und nennt biologische Lösungen gegen Insektenplagen. Sterilisation der Schädlinge oder ein kontrolliertes Aussetzen ihrer natürlichen Feinde seien zwar gleichermaßen Erfolg versprechend, aber weniger zerstörerisch.
Wirkung: Das Buch löste Anfang der 1960er Jahre kritische Debatten über die übermäßige und unkontrollierte Verwendung von DDT aus. Carson sah sich heftigen Angriffen durch Industrie und Landwirtschaft ausgesetzt und wurde selbst von der amerikanischen Regierung als Panikmacherin und Unruhestifterin abqualifiziert. Für die beginnende Umweltbewegung wurde das Buch hingegen zum Manifest. Das leidenschaftliche Engagement der Autorin gegen die Umweltverschmutzung blieb nicht ohne Folgen: Ende der 1960er Jahre wurde der Einsatz von DDT in fast allen Industrieländern verboten. 1972 wurde es in Deutschland aus dem Verkehr gezogen. In der Dritten Welt wird es jedoch immer noch verwendet. Der stumme Frühling hat daher nichts von seiner Aktualität eingebüßt. K.M.

Stichhaltig dokumentiert und belegt Carson die folgenschweren Aus Wirkungen der Pestizide auf die Umwelt. Die chemischen Pflanzenschutzmittel tilgen nicht nur Ernteschädlinge, sondern vernichten gleichzeitig alle anderen Lebewesen, vor allem aber die natürlichen Feinde des Schädlings. Die Natur ist ein einzigartiges Geflecht von Wechselbeziehungen. Jede Art hat ihren festen Platz und reiht sich ein in eine Kette von Organismen, die sich voneinander ernähren. Durch massives Sprühen gelangen die Gifte ins Erdreich und beeinträchtigen die Bodenlebewesen. Sie werden in Flüsse gespült, von den Fischen aufgenommen und geraten sogar ins Meer. Auf diese Weise kommen sie in die Nahrungskette, werden dort angereichert und rotten unbeteiligte Arten aus: Regenwürmer, Singvögel und schliesslich die Haustiere. Letztendlich erkrankt auch der Mensch, denn er steht selbst am Ende dieser Kette und nimmt die Gifte über die Nahrung auf. Wie der stete Tropfen den Stein höhlt, reichern sich Stoffe wie Chlordan, Parathion oder DDT im menschlichen Körper an. Die Schädlinge selbst werden in kurzer Zeit gegen die Pestizide resistent. Grössere Mengen des Giftes in höheren Konzentrationen werden erforderlich. Diesem scheinbaren Teufelskreis tritt die Autorin Carson mit Alternativen entgegen und nennt biologische Lösungen gegen Insektenplagen. Sterilisation der Schädlinge oder ein kontrolliertes Aussetzen ihrer natürlichen Feinde seien zwar gleichermassen Erfolg versprechend, aber weniger zerstörerisch.


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Autor: Rachel Carson
Verlag: C.H.Beck, Auflage:2 (1. March 2007)
ISBN: 3406049443
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