Trisha McFarland ist ein tapferes neunjähriges Mädchen, das mit seinem Bruder und seiner Mutter eine Wanderung unternimmt. Trishas Mutter ist seit kurzem geschieden und bemüht sich unermüdlich, den Kindern die gemeinsamen Wochenenden schön zu gestalten. Trishas Bruder liegt im Clinch mit der Mutter, weil sie mit ihm von Boston nach Maine in eine Kleinstadt gezogen ist, wo ihn seine Klassenkameraden aufziehen. Trisha verlässt kurz den Weg, um pinkeln zu gehen und um sich eine Ruhepause vom Gezänk zu gönnen — und dabei verläuft sie sich.
Trishas Odyssee entwickelt sich auf mehreren Ebenen, und King vermittelt auf meisterliche Art und Weise, wie sie zunehmend Gefahr verspürt — von der “ersten flatternden Unruhe” in ihrem Bauch über ihre Stürze in der Wildnis bis hin zu ihrem Abstieg in eine Welt voller Halluzinationen — die schönste ist ihr geliebter Baseballwerfer Tom Gordon von den Red Sox, dessen Heldentaten sie auf ihrem Walkman lauscht.
Die Beschreibungen der Natur sind genau, spannungsgeladen und gelegentlich auch lyrisch, von der unerträglichen Quengelei einer unsichtbaren Stechmücke bis zum tiefgründigen Obligato des “unterschwellig Wahrnehmbaren” (die Bezeichnung von Trishas Vater für die Anspielungen auf Gott in der Natur). Unsere Identifizierung mit Trisha verstärkt sich, je mehr wir über die von ihr geliebten Menschen erfahren: Ihr Vater, ein Traummann, dessen Alkoholproblem ihn ins Verderben stürzen könnte; ihre liebende, aber sture Mutter; ihre beste Freundin, Pepsi Robichaud, die durch ihre bildhaften Sprüche lebendig gezeichnet wird. Die durch den Vollmond hervorgerufenen persönlichen Assoziationen; der andauernde Monolog, durch den sie verhindert, dass sie den Verstand verliert — denjenigen unter uns, die sich schon einmal im Wald verlaufen haben, werden diese Dinge bekannt vorkommen.
In seinem offenen Gespräch mit Amazon.com sagte King, dass das Buch sei, das er gerne selbst geschrieben hätte. Als Trisha inmitten der Wildnis einer summenden Horrorvision begegnet, schafft King seine bisher stärkste Annäherung an die zentrale Stelle von Goldings Roman.
Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will. Diesmal trifft es die neunjährige Trisha. In einem Moment der Unachtsamkeit verirrt sie sich hoffnungslos im dichten Wald. Sie erlebt eine Odyssee voller Schrecken, von der ersten flatternden Unruhe im Bauch über die Stürze in der Wildnis bis hin zum Abstieg in eine Welt voller Halluzinationen. Dazu die nervenzersägenden Moskitos.